warum mein letztes sylvester am 2. januar war

da würde ich gerne jetzt sein:

ushuaia

und auf die party gehen, die wie jedes jahr in dem zelt, das auf dem foto in der mitte zu sehen ist, stattfindet. letztes jahr wollte ich auch sylvester auf diese party gehen, aber leider gab es am vorabend eine große brandkatastrophe bei einem rockkonzert in buenos aires, bei der 194 junge leute ums leben gekommen sind. gestern war also der jahrestag, das ding hat sich zu einem großen politikum entwickelt, demnächst wird das urteil gegen bürgermeister ibarra erwartet.
wie dem auch sei, auf jeden fall verhängte kirchner dann letztes jahr eine dreitägige staatstrauer, die jegliche partys verbot. und das nun ausgerechnet an sylvester!
da man aber das zelt ja extra für die beiden partys, die großen highlights in der sonst eher ruhigen stadt am ende der welt, eingeflogen hatte und ein ausfall natürlich einen totalverlust bedeutet hätte, wurde die party 2 tage später nachgeholt, um punkt 24 uhr, als die staatstrauer endete, kamen die ersten beats aus den boxen. und wie wir gefeiert haben! eine der schönsten partys meines lebens, würde ich sagen, mit meinen lieben freund_innen und wodka-redbull bis um acht uhr morgens durchgetanzt, und dass an einem sonntag! so sehr man auch von dem tod der pibes de cromañon betroffen war, in 3000 km entfernung wollte man sich die jahresendfeier nicht einfach nehmen lassen.

und dieses jahr? überall geböllere, kälte und dunkelheit, dinge auf die zu verzichten mir nicht schwerfällt. das kotzen kriegen, wenn man kurz vor ladenschluss in einem großen supermarkt noch vergeblich versucht, raclette-käse zu kaufen. eigentlich gar keine lust auf ausgehen haben und auch nicht so die angebote, die überzeugen.

vielleicht schafft es ja wenigstens die tischfontäne, meine augen zum strahlen zu bringen …


[nachtrag: wenn jemand einen tipp hat, wie ich bilder einbinden kann, ohne dass sich die seite so langsam srollen lässt, würde ich mich sehr über einen kommentar freuen!]

nichts als linke spießer

das durchschnitts(!)alter lag schätzungsweise bei 50, grau war die dominierende haarfarbe. man hatte sich zusammengefunden um „unterhaltung auf hohem niveau“ mit gutem zweck zu verbinden, es war ein benefiz für jugendliche flüchtliche. als zigarettenrauchende fühlte man sich schon fast wie eine aussätzige, durfte dafür aber dialogen lauschen wie: „bist du noch aktiv?“ – „also, ich bin ja jetzt schulleiterin, habe nicht mehr soviel zeit. ich war noch bei ein paar spd-versammlungen und habe mal bei attac reingeguckt.“ soso, das charakterisierte die stimmung wohl ganz gut.
habe gemerkt (eigentlich keine überraschung), dass meine es eltern als ausgeh-bezugsgruppe nicht so richtig bringen. gemeinsamer nenner waren herrchens frauchen, wer die noch nie gesehen hat, sollte das unbedingt mal tun. ich kannte zwar die meisten sachen schon, aber der gesang der politt lässt mich immer wieder dahinschmelzen. hingegen waren ebermann und trampert meinen eltern dann doch etwas zu radikal, da könnne mein vater „einen geringeren prozentsatz unterschreiben“. wohl gerade die ausführungen über die nofitti-inititiative stießen nicht so richtig auf gegenliebe, man müsse doch das recht auf eigentum anerkennen.
nun gut, was dann für meine eltern der höhepunkt des abends war – sie wippten, klatschen und sangen mit, was das zeug hält – war für mich dann eher zum abgewöhnen. diese angeblich bekannte coverband, die zielgruppengerechte hits wie etwa ruby tuesday neu interpretierte, hätte ich mir dann doch sparen können, aber früher abhauen war leider nicht drin.
wenigstens konnte ich mich nochmal einen abend lang jung fühlen …

für die kommerzialisierung von weihnachten!

nach einigen halben nervenzusammenbrüchen beim installieren diverser hardware-komponenten kann kristi euch nun endlich ihre weihnachtliche ausbeute präsentieren:

geschenke

verwandte sucht man sich nicht aus

nachdem mein vater bereits gestern seinen erstling in sachen fotobearbeitung, also sprich diashows aus urlaubsbildern zusammenstellen, vorführte und mich später auch noch zum angucken eines wintersport-gruppenreisen-videos nötigte, war die heutige härte der cousin meiner mutter, den ich beim kaffeetrinken bei der mitte-neunzig-jährigen großtante traf. fragte ich ihn noch freundlich gesinnt nach seiner band, musste ich mir daraufhin anhören, dass diese wohl im nächsten jahr erfolg erwarte, da sie wahrscheinblich einen song zur fußballweltmeisterschaft auf einem diesbezüglichen sampler veröffentlichen würden. es sei ein deutschland-fan-song, und nach der text-rezitation blieb mir glatt die spucke weg. begriffe wie treue auf immer und ewig, große siege, schwarz-rot-gold wir lieben dich oder so ähnlich, den genauen wortlaut muss ich wohl verdrängt haben. es ging einfach nicht, da eine diskussion anzufangen, es war so jenseits meines vorstellungsrahmens, dass ich überhaupt nicht wusste, wo ich hätte anfangen sollen. einzig tröstend war, dass meine eltern (die einzigen weiteren gäste) mein entsetzen teilten, wobei allerdings die auf der rückfahrt mit ihnen geführte diskussion wahnsinnig unschön wurde, als mein vater anfing, kritik an israelischer politik als argument in die thematik von deutschem nationalismus und schuldverdrängung einzuführen.
dagegen war es am abend mit der verwandschaft väterlicherseits richtig entspannt, mit zwei aufgeweckten 10- und 14-jährigen über computer und musik laden, verlieben und küssen, schule und weihnachtsgeschenke zu plaudern und erwachsenen menschen von der seriosität meiner magisterarbeit vorzuschwärmen. aber zum glück ist familie jetzt erstmal wieder durch.

im elternhaus

heimlich bloggen ist ja fast noch aufregender als nachts heimlich am fenster rauchen … nachdem ich rausgefunden habe, wie ich das so einstelle, das meine eltern nicht zufällig hierauf stoßen, kann ich euch davon berichten, dass ich gestern ganz viele tolle geschenke bekommen hab (dazu morgen mehr, als leser_innen dieses blogs profitiert ihr vielleicht auch von einem teil davon), es natürlich wie immer streit und tränen gab – natürlich aus nichtigen anlässen – und heute dann noch verwandschaftsprogramm ansteht. nichts besonderes also, ein weihnachten wie immer, nur leider ohne mein brüderchen. dafür musste meine mutter dann gestern nochmal betonen, dass es ja letztes jahr, als ich nicht, aber dafür mein bruder da war, es der schönste heiligabend in ihrem leben war … zum glück bin ich nicht so sensibel wie sie, sonst hätte ich da ja auch noch ein drama draus machen können!

lächerliche rituale

ist es nicht irgendwie absurd, meinem zeitungzusteller, der mit dem namen mohamed wahrscheinlich eher nicht christlichen glaubens ist, ausgerechnet zu weihnachten eine karte mit einem geldschein zukommen zu lassen? ich würde das ja auch nicht jedes jahr wieder machen, wenn er nicht regelmäßig eine woche vorher eine weihnachtskarte zur zeitung hinzulegen würde und somit eventuell darauf spekuliert, etwas zurückzubekommen (ich kenne dieses prozedere noch aus meinem elternhaus, auch irgendwie schlimm, wie man solche konventionen schließlich dann doch reproduziert). zum glück gibt es diese mund- und fußmaler und konsorten, die einer immer wieder ungefragt eine kostprobe ihrer weihnachtskarten zuschicken, somit muss ich mich wenigstens nicht noch mit der besorgung solcher karten aufhalten!

wie ein hardcore-konzert ohne hardcore

wo das wochenden doch mit familiären verpflichtungen belegt ist, musste halt schon vorgefeiert werden. eine größere geburtstagsparty, mit tradition, wie man mir berichtete. musikalisch gab es kindheits-erinnerungen-pop wie etwa a-ha, 80er-dancefloor und drumherum; trashige familiendias von lange zurückliegenden campingreisen zierten die wand.
frühzeitig hatte ich mir einen sitzplatz auf augenhöhe mit den stehenden gesichert, die zwischenzeitlich immer wieder einem gut beobachtbaren halbkreis bildeten. im rücken der unverwechselbare hafenblick, kamen immer wieder gute freund_innen auf mich zu, suchten das gespräch mit mir und versorgten mich mit getränken. bis auf ein paar turbo-mate-gepushte tanzeinlagen brauchte ich mich also gar nicht groß zu bewegen und hatte trotzdem meinen spaß.
was zunächst bei einer stehparty zu bleiben schien, entwickelte sich zum rauschenden fest. man konnte der örtlichen audiolith-prominenz beim tanzen und schäkern zuschauen, und auch was sonst in der szene rang und namen hat, war ganz gut dabei. immerhin habe ich es aber trotzdem geschafft, zu gehen als es im sprichwörtlichen sinne am schönsten war, und nicht erst als die party sich dem ende neigte.

meines feindes feind ist mein freund?

was muss kristi heute in der zeitung lesen?

Morales nennt Bush Terroristen

DUBAI rtr Boliviens künftiger Präsident Evo Morales hat US-Präsident Bush als Terroristen bezeichnet. Dem arabischen Sender al-Dschasira sagte er: „Der einzige Terrorist der Welt, den ich kenne, ist Bush. Seine Militärinterventionen wie die im Irak, das ist Staatsterrorismus.“ Es mache einen Unterschied, ob Menschen für eine Sache kämpften oder als Terroristen agierten. Die Südamerikaner erheben nicht mehr ihre Waffen gegen den Imperialismus, aber der Imperialismus erhebe seine gegen die Menschen, und zwar mit Militärinterventionen und -basen.

ok, es verwundet nun nicht gerade. erst kürzlich musste zur kenntnis genommen werden, dass venezuelas präsident chavez sich hinter irans atomprogramm gestellt hat. erinnerungen werden wach an die „palestina, iraq – intifada global“-t-shirts, die sich unter argentiniens autonomen bewegungen größter beliebtheit erfreuen, und meine schwierigkeiten zu erklären, dass man den nahost-konflikt auch etwas differenzierter sehen könnte und israel kein imperialer kolonialstaat sei.

beängstigende solidaritäten, die keinen platz für romantizismen hinsichtlich der scheinbaren erfolge der lateinamerikanischen linken lassen. dabei würden sich die nun doch eher freizügigen lateinamerikaner_innen sicherlich bedanken, wenn dort der islam eingeführt werden würde …

das grüne blättchen

wenn man ein grünes blättchen (das den verbleib von nur noch 10 weiteren ankündigt) anzündet und es in die luft fliegt, kann man sich etwas wünschen (ist doch so, oder?). meistens klappt das nicht, und das blättchen fällt in sich zusammen. aber meins ist gerade fast bis zu decke geflogen! um nicht zu riskieren, dass der wunsch dann nicht in erfüllung geht, schreibe ich jetzt nicht, was ich mir gewünscht habe, aber wenn er in erfüllung geht, wäre es großartig (und der wunsch hat diesmal nichts mit verlieben zu tun – vielleicht hat es deshalb geklappt?).

ersatzhandlungen

um eins klingelt das handy. wo bist du denn? – ähm, zuhause, ich hab schon fast geschlafen, waren wir verabredet? – naja, nicht richtig, aber ich war davon ausgegangen, dich gleich auf der party zu treffen …
die entscheidung, nicht mehr auszugehen, hatte ich eigentlich schon getroffen, als ich auf dem weg zum supermarkt feststellen musste, dass mein fahrradschloss eingefroren war. und sowieso, den ganzen tag kopfschmerzen gahabt, der schnupfen auch noch nicht so richtig vorbei, da kann man auch schon mal einen abend zuhause bleiben. im chat zum thema „was gibt es schöneres, als den samstagabend vorm rechner zu verbringen“ rumhängen und sich mit der neuen blog-umgebung vertraut machen.
so wurde ich unter anderem auch auf den kf-thread über die höchstinteressante veranstaltung zur poplinken und nationalismus, die ich letzten montag besucht hatte, hingewiesen. ich hatte damals sogar auch überlegt, einen bericht darüber zu veröffentlichen (von wegen frauen sollen mehr politisch bloggen usw.), aber da kam mir dann gerade diese software-umstellung dazwischen (und vielleicht schreib ich auch einfach lieber über partys). auf jeden fall habe ich beim lesen gemerkt, dass das schon seine richtigkeit hat, dass ich eher weniger im kf unterwegs bin, gar nicht mal aus inhaltlichen gründen, sondern weil das einfach verrückt macht, dieses endlose lesen, dann hier noch diesen oder jenen link verfolgen und das wäre ja auch noch interessant und auf einmal ist der tag vorbei und geschafft habe ich wieder mal gar nichts.
nach 2 tagen überdosis internet bin ich (hoffentlich) nun tatsächlich soweit zu merken, dass es so nicht mehr weitergeht. verdammt noch mal, ich habe eine arbeit zu schreiben und kann mich nun mal nicht ständig mit ersatzhandlungen beschäftigen, die dann im kopf weiter ihre runden drehen und mich bis in die träume verfolgen. diese woche habe ich nicht mal die hälfte der anvisierten stundenzahl geschafft. dafür muss ich jetzt heute noch was tun, einen freien sonntag hat halt nicht verdient, wer das wochenende schon vorgezogen hat.







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