kleinkrämerei

man weiß ja, dass die zeiten schlecht sind, aber es tut trotzdem ein bisschen weh zu sehen, wie die rentnerin, die beim kiosk um die ecke mit namen begrüßt wird, dort ihr paket kaffee, butter und brötchen anschreiben lassen muss. sie kriege ja morgen geld. natürlich wäre es günstiger, im supermarkt einzukaufen – aber dort haben sie wohl kein kleines rotes büchlein. wahrscheinlich liegt darin der grund, dass es immer noch so viele kleine überteuerte lädchen gibt, von denen man sich oft fragt, wie die eigentlich überleben.

lesungsbericht

zunächst also torsun. wie erwartet ein bisschen eklig das ganze, aber durchaus unterhaltsam.

torsun liest und trinkt

leider waren wir zu spät, um noch sofa-sitzplätze zu ergattern, der laden war gut gefüllt – aber was waren das alles für leute? eine handvoll bekannte, aber ansonsten schien das irgendso’ne komische unpolitische partyszene zu sein, denen teilweise erstmal erklärt werden musste, wer das da vorne auf der bühne eigentlich ist, der diese jack-ass-mäßige performance abliefert.
also, er hat mehrmals gekotzt, aber das tagebuch bis dezember durchgekriegt. zwischendurch zeichnungen dargestellt, von nacktem gesäß an die gegenüberliegende tür über an der steckdose lauschen bis hin zu krassen spring-einlagen. bei fast jedem stichwort im text, das mit alkohol zu tun hatte, wurde wieder getrunken, entweder astra auf ex oder korn (von dem später allerdings gemunkelt wurde, er sei möglicherweise mit wasser gestreckt worden – ich habe ihn nicht probiert und kann das daher nicht beurteilen), und zwar aus einem aschenbecher – selbst nachdem er da zu späterer stunde mal reingeascht hatte, hat er das kurzerhand ausgekippt und neu eingeschenkt …
nun gut, die party im anschluss hatte etwas startschwierigkeiten aufgrund der den raum blockierenden sofas und den ganzen leuten dazwischen, und andere blogger_innen habe ich auch nicht kennen gelernt – der einzige den ich zweifelsfrei identifiziert hatte, war der trinkmeister selbst, aber in dessem stadium war an eine sinnvolle kommunikation ja nicht mehr zu denken, er lag noch eine weile auf der bühne und wurde schließlich herausgetragen. trotzdem, man hat sich amüsiert (wobei mein persönlicher spaßfaktor durch ein wenig alkoholgenuss vielleicht noch verstärkt worden wäre, aber ich hatte mal wieder keine lust).

nach einer weile dann zur nächsten party, privat diese, aber auch ziemlich voll, dort anwesend dann auch ein teil der leute, die man vielleicht bei der lesung erwartet hätte. nach einem recht ungenießbaren und daher nur halb getrunkenen prosecco wollte ich gerade beginnen, zu den d‘n'b-klängen zu tanzen, als die musik aufgrund unerwünschen besuchs staatlicherseits drastisch gedrosselt wurde – aber es gab ja noch einen programmpunkt.
folglich weitergezogen durch die eisige nacht und auf der achtziger-party dann auch den rest der bagage getroffen. viele menschen an zwei oder sogar allen drei besuchten orten gesehen, inklusive der gastgeber_innen der wg-party. irgendwie war ich den ganzen abend nicht so richtig gut drauf, habe aber dennoch zum ende hin etwas getanzt. und heute mittag (nachdem ich mal wieder beim schokoladeessen um sechs uhr morgens in klamotten und mit ungeputzen zähnen eingeschlafen bin) sah die welt dann auch schon wieder ganz anders aus.

die entdeckung der langsamkeit?

kristi kann übrigens nichts dafür, dass sie langzeitstudentin und „die langsamste person, die ich kenne“ (zitat eines sehr nahestehenden menschen) ist – sie war einfach schon immer so. hier der beweis:

„kristi führt schriftliche arbeiten sorgfältig und ordentlich aus, aber leider zu langsam. den zahlenraum 1-20 beherrscht sie sicher, aber auch hier lässt sie sich beim lösen schriftlicher aufgaben viel zeit.“ (klasse 1)

„leider aber braucht sie zu allen schriftlichen arbeiten sehr viel zeit. sie muss lernen, ihr arbeitstempo zu beschleunigen. auch darf sie nicht jeden arbeitsauftrag durch sinnlose diskussionen zu verhindern suchen (…) kristi zeichnet mit viel liebe und ausdauer. aber leider werden nur wenige zeichnungen bei ihrem tempo vollendet.“ (klasse 2)

„sie arbeitet selbständig und zuverlässig, wenn manchmal auch noch etwas zu langsam.“ (klasse 3)

volles haus

wenn sich der geburtstag einer beliebten person mit dem erfolg eines beliebten vereins paart, kann sich eine hafenkneipe schon mal ganz gut füllen. linke studenten und fußballfans – teilweise in personalunion – am singen und grölen, das war für kristi schon fast zuviel, man konnte sich kaum mehr bewegen. aber trotzdem ein netter abend, immerhin mal wieder draußen gewesen.

bevor es heute an die richtige arbeit geht, muss leider erstmal die wohnung gesäubert werden, da ein diesbezüglich anstrengender besuch erwartet wird. wenigstens kann ich dabei das gerade entdeckte indierock-mixtape genießen, ich freu mich ja immer sehr, wenn mir schöne musik frei haus geboten wird (in diesem fall ist auch die gestrige entdeckung, dass es nur an einem kleinen beschissenem häkchen in den adblock-einstellungen lag, dass mein flashplayer die ganze zeit nicht funktioniert hat, besonders von nutzen).

ankündigung und angebot

wie viele sicherlich schon wissen, findet am nächsten samstag die lange erwartete lesung des großen trinkmeisters torsun statt:

lesung

was einige hingegen noch nicht wissen dürften, ist, dass kristis wg in fußweg-nähe des ort des geschehens über ein wohnzimmer verfügt, welches sie ggf. von außerhalb anreisenden als schlafplatz zur verfügung stellen würde. wer interesse hat, möge sich bitte bei mir melden. bei mehr interessent_innen als plätzen (2-3, zur not auch 4) erfolgt die entscheidung nach rein subjektiven kriterien, wobei mitglieder der egotronic fan force möglicherweise bevorzugt werden.

kindergarten

kristi hat ein bisschen schlecht geschlafen, weil die anderen kinder (vor allem eins) gestern abend im chat gemein zu ihr waren. weil kristi dort nicht bekannt war. weil man jemanden, der schon kristi heiße, nicht ernst nehmen könne. weil kristi keine hongkong-action-filmstars kennt. weil kristi bessere zeiten und egotronic verlinkt und deshalb als ad geschubladet wurde. weil sie in der ihr aufgedrängten klassifizierung des gsp ml mit mg verwechselt hat. möähp. und jetzt petzt kristi das halt, ätschibätsch.

mal wieder richtig gefeiert

„we‘re from hollywood, and in hollywood, as long as you look good, it’s ok to be crazy!“, sagte die sängerin von the shocker, und sie sahen gut aus und ihr sound hat gut gerockt. die nachfolgenden yacoepsae konnten mich hingegen nicht so überzeugen, und so zogen wir weiter auf die schlecht beworbene, aber trotzdem unerwartet gut besuchte soliparty für antirassistische praxis. mir fiel auf, dass ich schon seit anderthalb monaten nicht mehr in meiner „stammdisco“ gewesen war, und es wirkte anfangs alles irgendwie aufregend, gar neu und ungewohnt (so wie ich mich hier in letzter zeit zu hause verbarrikadiere…). dazu bei trug sicherlich, dass man den die halle zum sitzen und rumstehen vorgesehen hatte, während der dancefloor („mestizo sound, 80er, bounce-shit, polka garage“) in den leoncavallo verlegt worden. dort dominierte zeitweilig eine tanzende menge spanier, die aber irgendwann von „deutschland muss sterben“ vertrieben wurden. ich fühlte mich leicht zum alten eisen gehörend, als ich mit mit anderen meiner generation in einer ecke wiederfand, wo die musik nicht ganz so laut war und man ein bisschen vor sich hinwippte. ansonsten diverse menschen, die mich an mich und mein umfeld vor 10 jahren erinnert haben, aber auch solche, mit denn ich schon vor zehn jahren ähnliche parties geteilt habe. im keller schön klassisch d‘n'b-brett, und zwar trotz vergessener ohstöpsel aushalt- und vor allen tanzbar.
ungünstig mal wieder die toilettensituation (eine von vier benutzbar) was mich einmal dazu brachte, ins gegenüberliegende x auszuweichen. eine überraschend gute entscheidung, denn dort traf ich eine frau aus meinem kontaktimprovisationskurs, eine leicht prickelnde begegnung, die mir eine verabredung für die heutige jam eingebracht hat (diese contact-jams gibt es jeden sonntag, aber ich war noch nie da). etwas emotional gepusht wieder zurück, hatte ich den gedanken, dass es möglicherweise ganz praktisch sein könnte, immer ein paar „coole kids“-flugis auf tasche zu haben, die man ggf. kindern, deren palis so neu aussehen, dass sie anscheinend wirklich noch nie davon gehört haben, dass das nicht so ganz tofte ist, überreichen könnte.
nichtsdestotrotz eine schöne party mit einigen tollen leuten, und das beim wassertrinken gesparte geld habe ich ausnahmsweise mal ich eine taxi-rückfahrt investiert, da die fahrradschlösser eh eingefroren waren. jetzt bleibt nur die frage, ob ich den noch anstehenden 2,25 std. arbeit oder den inzwischen schon 53 neuen einträgen in meinem seit kurzem benutzten feedreader den vorrang gwähren sollte, um die zeit bis zur jam sinnvoll zu nutzen?

[nachtrag: na toll, jam ist ausgefallen. das schicksal scheint etwas dagegen zu haben, dass ich contact betreibe. aber immerhin – der gute wille war da. jetzt bleibt dafür zu überlegen, ob ich noch auf das konzert gehen sollte, allerdings stehen die peters, die für mich am relevantesten dort sind, nur auf dem flyer und nicht auf der internetseite, von daher erscheint mir die option tatort gucken und früh schlafen gehen auch ganz angemessen.]

spielkram

gestern extra früh (naja, es war halb 3) vom netten real-world-spieleabend (tabu und walter, beides verloren) nach hause gegangen um heute die fehlenden stunden rauszureißen, und mich dann aber erst mal ne weile damit beschäftigt, den neuen stundencounter zur selbstdisziplinierung zu erstellen (sieht zwar gar nicht so special aus, aber mein experimental-hmtl braucht dann doch ein paar trial and errors …). nun gut, vielleicht bringt es ja was, die eigene arbeitsmoral öffentlich zur schau zu stellen, es ist ein versuch.
als ausgleich gibt es ja jetzt hier den bzw. die tolle avatar, die anziehpuppe des digitalen zeitalters, von der ich noch mehr begeistert bin, seit ich ihren vollen funktionsumpfang entdeckt habe. zum glück gibt es nicht so viele mir genehme kleidungsstücke, sonst wäre ich wahrscheinlich den ganzen tag nur noch mit virtuellem umziehen beschäftigt …

die welt da draußen

„kristi, du solltest einmal am tag rausgehen“, sagt mir mein private coach regelmäßig, „dann kommt auch dein kreislauf mal wieder in schwung und dir ist nicht immer so kalt.“ und sie hat natürlich recht, gerade habe ich eine runde der nötigsten besorgungen hinter mir und fühle mich gleich total energiegeladen. freue mich, dass der nächstgelegene kiosk aufgrund meines kürzlich geäußerten wunsches den von mir präferierten tabak (manitou, gelb) in sein sortiment genommen hat und finde die vorstellung, heute abend nochmal das haus zu verlassen, gar nicht mehr so abschreckend wie noch vor einer stunde. und werde mich redlich bemühen, die zeit bis dahin ergiebig zu nutzen und die lektüre des sammelbandes „argentinien heute“ fortzusetzen.

ps: check out kristi’s new avatar in the sidebar!

der beweis: politolog_innen haben humor!

weil sie es immer wieder schafft, ein herzhaftes lachen in den grauen arbeitsalltag zu zaubern: hier für euch die beispiel-literaturliste aus den zitierrichtlinien der zeitschrift für internationale beziehungen (lustig war es vor allem, als ich die absurdität erst beim x-ten mal lesen gecheckt habe, da ich vorher immer nur auf die formalitäten geachtet habe …):

Literatur

Abraham, Anna/Einstein, Albert/Marx, Karl/Popper, Karl R. 2005: Die Metatheorie der Theorien. Überlegungen für die Praxis, Tübingen, i. E.

Bebraham, Benno 1990: Lieber Gartenzwerg als Sozialwissenschaftler, in: Frankfurter Rundschau, 30.8.1990, 6.

Debraham, Donald E. (Hrsg.) 1988: International Regimes in Dark Politics, Boston, MA.

Dreistein, Doris (Hrsg.) 1988a: Perspektiven des Friedens (Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft entschiedener Friedenskämpfer, Band 5), Frankfurt a. M.

Dreistein, Doris 1988b: Probleme des Friedens. Erste Überlegungen, in: Dreistein 1988a, 11-40.

Ebraham, Egon 1991: Die verstörte Vernunft, in: Die Zeit 20, 10.6.1991, 63.

Einstein, Ulrich 1950: Relativität und die internationale Umwelt. Ein noch nicht so altes Paradigma (Universität Konstanz: Dissertation), Konstanz.

Gebraham, Gerald 1988: Internationale Methoden postnationaler Theorien, in: Dreistein 1988a, 167-174.

Nullstein, Immanuel 1797: Theorie der Machbarkeit, Band 2, 14. Auflage, Leipzig.

Siebenschläfer, Heinz 2004: Antinomien des liberalen Rechtsstaats (Vortrag vor der Gesellschaft für liberales Gedankentum, Hamburg, 6.3.2004), in: http://www.gflg.de/texte/sem201/sschlaefer.de; 25.9.2004.

Vierkant, Klaus Dieter 1991a: Der Schlüssel zur Zeit. Micro- und macropolitische Erwägungen aus der Perspektive des Außenstehenden, in: Dreistein, Doris/Zweistein, Thomas (Hrsg.): Die Zukunft des Politischen angesichts neuer Bedrohungen, Baden-Baden, 57-63.

Vierkant, Klaus Dieter 1991b: Das neue Bild – der Schlüssel zum Sein?, in: Zeitschrift für Metatheorien und Randgebiete 19: 2, 247-260.

Zebraham, Ulrike 1993: Wissen bringt mehr. Erste Ansätze für eine neue Theorie (Berchtesgadener Arbeitspapiere zur Theorieentwicklung 12), Berchtesgaden.

Zweistein, Thomas 1988: Spieltheorie als Theorie der Spieler: Eine späte Entgegnung, Tübingen, unv. Ms.







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