ein beitrag, der keiner ist

ich hatte überlegt, ob ich etwas schreibe über die buchvorstellung von und mit stephan grigat, die ich gestern besucht habe. über die notwendigkeit der entwicklung eines rassismusbegriffs der kritischen theorie, dessen mangel sich spätestens offenbarte, als grigat auf nachfrage eigentlich nichts anderes vorzuschlagen hatte als es der von ihm so kritisierte etienne balibar doch versucht hatte. aber dann dachte ich an all die kommenden bösen kommentare von verschiedenen seiten und mein materialistisches halbwissen, und bei der vorstellung beschloss ich, es zu lassen. oder wenigstens so zu tun als ob.

8 kommentare

der URI für den trackback dieses eintrags ist: http://kristi.blogsport.de/2006/07/14/ein-beitrag-der-keiner-ist/trackback/

  1. lass dich von den ganzen Nervensägen doch nicht einschüchtern!!! materialistisches halbwissen ist doch immerhin schonmal halbwissen! Und daran soll die Welt doch auch teilhaben können!
    ausserdem gibt es doch gerade bei blogsoprt gute Zensurmöglichkeiten! ;)


  2. Mich würde es interessieren.


  3. materialismus is eh‘ käse. ich bin idealist! ;)


  4. bezüglich des von dir selbstkritisch als halb, vom necator jedoch auch als immerhin vorhandenes wissen angemerkten, verweise ich auf das netzeitunginterview mit katrin prassig, ihres zeichens immerhin aktuelle ingeborg-bachmann-preisträgerin und mitmacherin der riesenmaschine: „Ich finde Halbwissen interessanter als Ganzwissen. Die besserwisserische Art, in der in meinem Bachmanntext geredet wird, entspricht mir zwar sehr. Aber gleichzeitig ist das auch sehr lästig.“
    die zukunft gehört dem halbwissen, für alles andere gibts ja das internet ;)


  5. Ich will das auch wissen, das Halbwissen und so. Ich helfe auch gerne beim Trolle hauen.


  6. Super, dass Kristi das lieber lässt.


  7. mach es sonst tu ich es und dann wird es rihtig kraus.


  8. also, soviel gibt es da gar nicht zu „wissen“ (srupeda), aber allein um elsässer nicht zu entsprechen sollte ich mich doch noch mal äußern – wobei ich fitzcarraldo nicht davon entlasten möchte, doch bitte auch etwas dazu zu sagen.
    allgemein ging es mir eigentlich nur darum, wie ich es in den nicht-beitrag schon sagte, dass ich das gefühl habe, dass die entwicklung eines rassismusbegriffs von seiten der kritischen theorie bisher vernachlässigt wurde. ich meine, dass die kritik am antirassimus, sei sie auch noch so berechtigt, nicht dazu führen darf, den rassimus – zumindest in der theorie – zu ignorieren. es muss doch möglich sein, einen antirassismus zu formulieren, der weder eine relativierung der islamismuskritik beinhaltet noch sonstwie antisemitisch oder antizionistisch gespickt ist.

    so sagt etwa grigat in einem interview:

    Zur Kritik des Rassismus, sei es eines rot-grünen, multikulturell-kulturrelativistischen und offen islamfreundlichen, sei es eines traditionalistischen, auf das christliche Abendland pochenden, braucht man allerdings weder den aufgeblasenen Begriffsapparat poststrukturalistischer Theoriebildung, noch neoalthusserianische Rassismusstudien und schon gar nicht eine identitätspolitische Selbstbezüglichkeit, welche die moralische Dignität des eigenen Handelns auf Podien und in Texten permanent zur Schau stellt, sondern man braucht einen aus der Kritik der politischen Ökonomie zu entwickelnden materialistischen Rassismusbegriff – so ziemlich das Gegenteil von political correctness also.

    er sagt also, was es nicht braucht, aber weder in diesem interview noch auf der veranstaltung wurde klar, was ein kritischer antirassismusbegriff denn braucht, um sich von dem kritisierten abzusetzen.

    da meine eigene akademische sozialisation stärker postrukturalistisch als kritisch-theoretisch geprägt ist, fühle ich mich eben selbst nicht kompetent genug, hier zu intervenieren, was ich mit dem begriff des halbwissens anzudeuten suchte.

    meiner ansicht könnte aber auf die immer wieder erhobenen vorwürfe des rassimus, auf die grigat verwies, wesentlich adäquater eingegangen werden, wenn man selbst eine konkretere vorstellung davon entwickelt, was rassimus denn ausmacht, als nur damit, den rassimusbegriff der kritiker_innen zu verurteilen.

    so weit erstmal.


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