internet saves the kristi

sitze mittlerweile wieder mit wolldecke am schreibtisch und überlege ernsthaft, die heizung einzuschalten. heute nacht habe ich mit allen drei bettdecken übereinander geschlafen! wie soll das nur weitergehen … meine laune sieht nicht nur nach 7 tagen regenwetter aus, sondern hat wahrscheinlich auch etwas damit zu tun. aber für den winter habe ich jetzt vorgesorgt – selbst wenn niemand zum kuscheln da ist, gibt es ab in 2 wochen immerhin: DSL 6000!!!!

alles wichser oder was?

nach rund 50 tagen laufzeit und mittlerweile 140 abgegebenen stimmen ist es nunmehr höchste zeit, eine neue umfrage an den start zu bringen. zur letzten, die sich der frage widmete: „was tust du am häufigsten vorm einschlafen, wenn du allein bist?“ ist eigentlich gar nicht soviel zu sagen: mit großem abstand konnte die masturbation das rennen für sich entscheiden. einzig im zweistelligen bereich folgen lesen und fernsehen. hier die ergebnisse im einzelnen:

* masturbieren: 28% (39)
* lesen: 18% (25)
* fernsehen: 11% (15)
* stundenlang rumgrübeln: 9% (13)
* hörspiel hören: 9% (12)
* mal dies, mal das : 6% (9)
* nerdstuff, wie den rest des tages: 4% (6)
* weinen: 4% (6)
* nichts dergleichen, ich schlaf einfach: 4% (5)
* ich schlaf nie allein: 3% (4)
* surfen: 2% (3)
* schlaftabletten einwerfen: 2% (3)

und jetzt könnt ihr endlich wieder neu abstimmen!

in kleinen schritten

ob ich mich auf das letzte halbe jahr wohl noch mit ihr anfreunde? ich war gestern und heute für ein paar stunden da, und hatte das gefühl, es könnte vielleicht doch noch was werden mit uns beiden.

bibliothek

persönliches partyneuland

schwimmende vier es war wieder spät geworden. so spät, dass der sonntag keine zeit für den bericht ließ, so spät, dass die fertigkeit am montag immer noch anhält. ich bin immer wieder verwundert über mich selbst, wie ich es ohne chemie und praktisch ohne alk solange auf partys aushalte, aber andererseits sind partys am morgen doch am schönsten. kein gedränge mehr auf der tanzfläche, die musik wird meistens auch besser und die vertrautheit mit den restlichen anwesenden erhöht sich, sodass der abschied immer schwerer wird. so geschehen auch an diesem samstag, als spontane abendentwicklungen den weg in dieses künstlerwohnprojekt im industriegebiet bahnten, dessen relative abgelegenheit wohl ausschlaggebend für meine bisherige unkenntnis dieses ortes war.
hochhausparty
so viele menschen, der anfang war stressig, fast geriet ich in eine schlägerei mit einer sich in der kloschlange vordrängelden prollgang im saunartigen sechsten stock. da treppensteigen nicht so mein ding ist, hielt ich mich trotzdem weiter dort oben auf und wagte nach einer recht langen schockerholungsphase auch den schritt auf die mit softem elektro beschallte tanzfläche. doch enge und wenig raum lassende mittanzende schmälerten das vergnügen etwas, als lösung lockten später nette klänge aus dem innenhof.
kanalpisser unten angekommen, nahm die musik zwar noch einen umweg über mittelmäßigkeit, um sich aber mit sonnenaufgang doch stetig zu steigern. für eine genauere definition fehlt mir mal wieder die fachkenntnis, hochgradig tanzbar war es auf jeden fall. so entdeckte ich auch erst gegen acht uhr morgens, dass die party direkt am kanal gelegen war, wenigstens war es mittlerweile hell genug zum fotografieren.

über den alltag in bialoleka

Pro Monat bekommst du eine handvoll Waschmittel und dementsprechend oft wäschst du die wenigen Klamotten auch. […] Ich trug die ersten zwei Wochen die Klamotten, die ich bei meiner Festnahme dabei hatte. Ein Mithäftling gab mir ein paar Boxershorts. Bevor meine Verlobte mich das erste Mal besuchte, beantragte ich ein Packet mit Klamotten, Schreibzeug und Stifte bei dem Sozialarbeiter meiner Station. Da ich vergessen hatte, ein Handtuch extra zu beantragen, wurde das auch aus dem Paket, was ich von draußen bekam, aussortiert. […] Das Toilettenpapier war auch stark reglementiert: pro Gefangenen und Monat gab es eine Rolle.

Meinen Namen jetzt auf Aufklebern, Plakaten, Flyern, im Internet zu lesen ist schon seltsam und mir unangenehm. Ich weiß, dass es notwendig ist eine Kampagne für eine Freilassung so aufzuziehen, um Leute politisch und moralisch in die Pflicht zu nehmen, aber unangenehm ist mir diese hervorgehobene Position schon. Ich mag individuell sein, aber ich unterscheide mich dennoch wenig von anderen, die auch nach Warschau gefahren sind und das Risiko auf sich genommen haben, verhaftet zu werden.

ohne also jetzt den namen noch mal zu nennen: das interview mit dem endlich freigelassenen solltet ihr lesen. es berührt.

(via fitzcarraldo und subwave)

ein letzter tanz

dass kristi seit einem monat keine partyrezension mehr geschrieben hat, lässt sich nicht damit begründen, dass sie keine partys mehr besuchen würde, sondern liegt vielmehr daran, dass sie soviel feiert, dass da gar kein hinterherkommen mehr ist. und dass immer noch unglaublich viel geredet wird, sodass kaum noch zeit zum schreiben bleibt. aber keine angst, dass ändert sich bestimmt, sobald mit dem lernen für die prüfungen begonnen wird.
nun aber, die stunde zwischen frühstück und krimi gut genutzt, ein kurzes resümee zum zuende gehenden wochenende. es hat sich herausgestellt, dass kompromisse manchmal äußerst lohnenswert und indie/britpop-partys durchaus günstig zum kennen lernen geeignet sind. sich gegenseitig beim radiohead-mitsingen ertappen, dass kann bei elektronischer musik schlecht passieren. letztere verführt hingegen immer wieder zum endlos-aufenthalt, besonders wenn erst einmal gewartet werden muss, bis die tanzfläche genügend platz bietet. so geschehen beim gestrigen besuch im elekronikmilieu, ich könnte jetzt sentimental werden: die letzte elektro-party im zum monatsende erst mal schließenden hafenklang, ich vermeide ja sonst namensnennungen, aber hier ist noch mal ein nachruf angebracht.
blick aus dem hafenklang
eine institution im lokalen nachtleben, das heruntergekommene häuschen mitten im neu bebauten hafenrandgebiet, immer wieder einen besuch wert. gestern wurde es halb neun, und langsam bahnten sich touristische fischmarkt-besuchende ihren weg in die kaschemme. krabbenschalen im aschenbecher und verloren zwischen den partyüberbleibseln herumstehende muttis und vatis, das hat doch wirklich niemand bestellt. beim rausgehen fragte ich leicht pöbelnd zwei ältere herren, was sie denn da drin wollen würden, „mal gucken“, die einhellige antwort. nun gut, wer sollte es ihnen übel nehmen. andersherum habe ich es ja auch jedes mal genossen, in der morgensonne über den riesigen markt zu schlendern, heute morgen war es aber tatsächlich schon so spät geworden, dass ein durchkommen fast unmöglich war. und passend zum vorerst letzten mal habe ich dann auch endlich gelernt, dass die tatsache, dass die brötchen meist trocken und die kirschen schnell gammelig sind, einfach kein zufall mehr sein kann.
hafenklang mit fischmarkt
aber schön war die party, die musik ließ eine nicht in ruhe, selbst beim rumsitzen ein permanentes mitwippen. es bleibt die hoffnung auf eine gute ersatzlocation mit ähnlich abgefucktem flair, die dem clubsterben etwas entgegensetzt, und eine wiedereröffnung im nächsten jahr, die etwas von dem alten charme erhält.

yeah!

jetzt ist die freude offiziell: rené ist frei!!!!

solidarität mit rené jetzt auch in hamburg

rené, der auf der warschauer gleichheitsparade vor knapp zwei monaten verhaftet wurde, sitzt sitzt immer noch in einem warschauer gefängnis und muss da schleunigst raus. auch in hamburg gibt es jetzt menschen, die mit einer kundgebung seine freilassung fordern wollen.
kristi unterstützt diesen aufruf und fordert alle ihre leser_innen in hamburg und umgebung auf, sich

am dienstag dem 8. august 2006 um 16 uhr vor dem polnischen konsulat in hamburg

in der gründgensstr. 20 einzufinden. diese adresse liegt zwar wenig zentral in steilshoop, aber in dem aufruf ist sogar die anreise beschrieben: bushaltestelle alfred-mahlau-weg, linien 7 (ab barmbek), 26 (ab rübenkamp) und 118 (ab rübenkamp oder kellinghusenstraße).

also, kriegt euren arsch hoch!

kommunikationsoverkill

reden, reden, reden. nicht lesen oder schreiben, nein, reden. fast keine zeit zum nachdenken vor lauter gespräche führen, sich unterhalten, diskutieren, auseinander setzen, streiten, probleme behandeln, verstehen wollen, lachen, weinen. zu zweit, zu dritt, zu viert, zu fünft, irgendwann geht es dann nicht mehr. jeder mit jedem, alle durcheinander, „mit dir habe ich ja noch gar nicht allein geredet“. der wunsch, zu vermitteln, aber sich andererseits auch nicht zu sehr einmischen wollen – wie soll denn das gehen? das bedürfnis, sachen zu klären, aber sie auch nicht zerreden zu wollen. an allen ecken verhandeln, verschiedene baustellen bearbeiten, alles versuchen. manchmal funktioniert es ja auch. hoffentlich.







Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: