über den alltag in bialoleka

Pro Monat bekommst du eine handvoll Waschmittel und dementsprechend oft wäschst du die wenigen Klamotten auch. […] Ich trug die ersten zwei Wochen die Klamotten, die ich bei meiner Festnahme dabei hatte. Ein Mithäftling gab mir ein paar Boxershorts. Bevor meine Verlobte mich das erste Mal besuchte, beantragte ich ein Packet mit Klamotten, Schreibzeug und Stifte bei dem Sozialarbeiter meiner Station. Da ich vergessen hatte, ein Handtuch extra zu beantragen, wurde das auch aus dem Paket, was ich von draußen bekam, aussortiert. […] Das Toilettenpapier war auch stark reglementiert: pro Gefangenen und Monat gab es eine Rolle.

Meinen Namen jetzt auf Aufklebern, Plakaten, Flyern, im Internet zu lesen ist schon seltsam und mir unangenehm. Ich weiß, dass es notwendig ist eine Kampagne für eine Freilassung so aufzuziehen, um Leute politisch und moralisch in die Pflicht zu nehmen, aber unangenehm ist mir diese hervorgehobene Position schon. Ich mag individuell sein, aber ich unterscheide mich dennoch wenig von anderen, die auch nach Warschau gefahren sind und das Risiko auf sich genommen haben, verhaftet zu werden.

ohne also jetzt den namen noch mal zu nennen: das interview mit dem endlich freigelassenen solltet ihr lesen. es berührt.

(via fitzcarraldo und subwave)

1 kommentar

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  1. Ich werde es eher nicht lesen, weil ich das nicht so spannend finde.


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