jabber beats them all

genau vier wochen sind vergangen, seit die umfrage „welchen instant messenger benutzt du am meisten?“ an dieser stelle gestartet wurde. bevor im folgenden die ergebnisse ausgewertet werden, sei noch auf ein methodisches problem hingewiesen: wie aus einem offline-gespräch hervorging, war die option „ich chatte nie“ deutlich zu weit unten angegeben, sodass nicht-nutzer_innen von instant messengern (im folgenden im) wohl teilweise auf die teilnahme verzichteten, in der annahme, nicht zu der zu befragenden zielgruppe zu gehören. so waren es insgesamt auch nur 15% der abgegebenen 73 stimmen, die angaben, nie zu chatten. weitere 5% chatten nur in channels bzw. chaträumen, sodass 80% verbleiben, die sich auf verschieden ims aufteilen. eine verwirrung, die dabei deutlich wurde, hat die von einer person gewählte bzw. hinzugefügte antwort „ich hab keine ahnung vom unterschied zwischen protokoll und client und adde deshalb irgendwas ;) “ zum ausdruck gebracht: so sind gaim (5%) , miranda im (4%), adium x (3%) und ichat (1%) multi-protokoll-clients, was bedeutet, dass es programme sind, mit denen über verschiedene im-dienste gechattet werden kann. es ist davon auszugehen, dass die nutzer dieser clients jeweils ein oder mehrere protokolle benutzen, weshalb die restlichen werte also etwas verfälscht sind. unter den ergebnissen der im-protokolle selbst fällt auf, dass die nutzungsverhältnisse unter den leser_innen von kristi * sich sehr stark von den jeweiligen marktanteilen unterscheiden, beispielsweise fanden sich hier überhaupt keine primär-nutzer_innen von dem aol-messenger aim sowie dem yahoo messenger, welches beides ansonsten sehr häufig genutzte dienste sind. auch der etwas neuere google talk konnte nur 3% auf sich vereinen und der beispielsweise im argentinischen bekanntenkreis von kristi monopolartig verbreitete msn-messenger gerade mal 4%. deutlich mehr befragte nutzen icq (21%), eindeutig an der spitze liegt jedoch jabber mit 37%. kristi fragt sich nun, wer diese 27 jabber-nutzer_innen alle sind, hat sie selbst doch gerade mal 5 kontakte im jabber, den sie übrigens via gaim benutzt. wer sich zu erkennen geben mag, adde einfach kristi*[at]jwchat.org zu als buddy!

wie üblich geht es nun mit einer neuen, recht offen gehaltenen umfrage weiter, die auch in diesem fall durch neue entwicklungen im leben der forschungsgruppenleitung inspiriert ist, ohne dass diese hier genauer ausgebreitet werden sollen. wer mehr wissen möchte, hat ja jetzt die entsprechende chat-id ;-)

märchenhaft

als zweiten teil der nachträglichen wochenendbesprechung soll das karl-heinz-konzert am sonntagabend nicht unerwähnt bleiben. ich verfolge die entwicklung dieser band ja schon seit jahren, und es lässt sich eine stetige verbesserung feststellen.
karl-heinz wie an der illustration dieses beitrags zu sehen ist, toppten sie diesmal schon allein optisch alle erwartungen, wie aus dornröschens schloss entsprungene feen betraten sie die bühne, um ihr heimspiel zu begehen. musikalisch lassen sie sich schwer beschreiben, aber wer einmal die chance hat, sie live zu sehen, sollte sie sich nicht entgehen lassen!
als importierten folgeact hatte man zea geladen, die zwar mit den ersten noisigen geräuschen etwas erschreckten, aber später die, die sich nicht haben abschrecken lassen, mit wunderbar mitwippbaren elektronischen klängen belohnten.

besser spät als nie

das erwartete großartige wochenende wurde dann doch etwas länger, sodass jetzt erst der zeitpunkt gekommen ist, um die öffentlichkeitsrelevanten berichte abzuliefern. fangen wir mal mit dem freitag an: trotz meiner empfehlung versammelten sich eher wenige menschen, um den zweiten teil des elektronischen widerstands zu genießen, was mir persönlich allerdings nicht so viel ausmachte, hatte ich doch die beste partybegleitung ever an meiner seite. aber selbst schuld, ihr anderen, denn dort wurde einiges geboten: allein die von rocky beach performte techno-oper in badekappen verpasst zu haben wäre schon bedauernswert, doch das gesamte spektakel bot ein local-heroes-higlight nach dem anderen. über gladbeck city bombing berichtete ich ja schon kürzlich, sie waren wieder groß (aufgrund des größeren respektive leereren raumes kam der stimmungsfaktor allerdings nicht ganz an das level von vor zwei wochen ran), und auch subdual vs. antiartich wusste seine fans zu begeistern. das keller-programm habe ich zwar größtenteils verpasst, aber der kurze aufenthalt dort unten war auch äußerst prickelnd. zur abrundung des wunderschönen abends dann noch tanzbarster minimal von gesine, und jetzt kann nur noch gehofft werden, dass part III nicht lange auf sich warten lässt.

in stichworten

klausur geschrieben … wohl ganz gut gelaufen … unglaublich fertig … aber voller guter laune … und in erwartung eines großartigen wochenendes!

schönes wochende

der so genanntesexy antifa“ stand lange zeit ganz oben auf meiner bloggers-i‘d-like-to-meet-liste. und ich wurde nicht entäuscht. für die berichte von partys und ähnlichem fehlt mir jetzt allerdings die zeit, da die klausur gefährlich nahe rückt, meine disziplin bisher jedoch etwas zu wünschen übrig ließ …

unverdienter einflussreichtum

da ich mich ja in letzter zeit lernbedingt (?) auch mal wieder abseits der möglicherweise k-blog-szene zu nennenden teilsphäre bewege, bin ich auf diese geschichte aufmerksam geworden, die diverse a-, b-, usw-blogger (kaum _innen) in den letzten tagen unglaublich beschäftigt:

German (Deutsch) posts that contain Edelman per day for the last 30 days.
Technorati Chart
Get your own chart!

da erstellen technorati und eine pr-agentur eine liste der einflussreichsten deutschsprachigen (sowie italienischen und französischen) blogs, und ein aufschrei wird laut: da gibt es doch schon seit anfang des jahres die deutschen blogcharts, und die sehen ganz anders aus! warum, erklärt unter anderem der macher popkulturjunkie. mittlerweile gab es schon einen auf video festgehaltenen „round table“, an dem sich die „wichtigsten deutschen blogger“ (erwartungsgemäß nur männer) mit den edelman-fritzen auseinander gesetzt haben. soviel zum thema selbstrefentialität der blogosphäre, falls jemandem nicht klar war, was ich im letzten post damit meinte.
weshalb ich aber auf diese liste überhaupt zu sprechen komme: auf der zum beispiel dort runterladbaren excel-tabelle der angeblichen top 247 der deutschsprachigigen blogs machte ich eine entdeckung: kristi * wird auf platz 117 gelistet! bevor die liste wieder geändert und korrigiert wird, wollte ich mir doch diesen kurzen moment des ruhms nicht entgehen lassen ;-)

fehlende selbstbeobachtung

wie sich (nicht nur) in der literatur über weblogs feststellen lässt, beobachtet die blogosphäre sich sehr gerne selbst und reflektiert über ihr tun, was so weit geht, dass sich teilweise von einer sehr starken selbstreferentialität sprechen lässt. ebenso tun dies auch die verschiedenen fraktionen der wie auch immer zu definierenden linken szene, egal ob auf dem plenum, in der kneipe oder neuerdings auch in diversen blogs.

was mir im zuge meiner recherche über blogs und politik aufgefallen ist und auch zu denken gegeben hat, ist ein mangel an reflektion und selbstbeobachtung sowie analyse der stetig wachsenden „linken blog-szene“. die wissenschaftliche literatur über politische blogs hat diese bisher nicht wahrgenommen, auch wenn eine relative linkslastigkeit innerhalb der parteipolitischen zuordnung der so genannten politblogs indiziert wird. was sich jenseits des parteienspektrums in der blogosphäre abspielt, wird bisher nicht erfasst, ist möglicherweise noch zu neu.
andererseits hat sich in linksradikalen oder auch mehr oder weniger antideutschen blogkreisen noch kein regelwerk entwickelt, was zu schreiben sinnvoll ist und wann man es lieber sein lässt. manchmal blitzt es auf, werden diskussionen abgebrochen, weil zuviel szenetratsch nicht ins netz gehöre, aber die grenzen sind mehr als unklar. der glauben an eine anonymität und der wunsch nach aufmerksamkeit lässt manchmal doch mehr an die öffentlichkeit, als es andere sich vielleicht wünschen würden.

wäre es nicht langsam an der zeit, die bedeutungen und auswirkungen sowie die chancen und risiken der massiv ansteigenden zahl der „szene-blogs“ zu diskutieren?

überraschend unterhaltsam

aufgrund wichtiger beschäftigungen etwas verspätet, sollte die nadir-soli-party doch noch mit einer rezension gewürdigt werden. xrfarflightes eröffneten xrfarflight, die ich, ohne dass es mir vorher bewusst war, vor einigen jahren schon mal gesehen und von damals auch in guter erinnerung hatte. nur zu zweit auf der bühne ließen sie es postrockig-melodiös krachen, wie es andere nicht einmal mit der doppelten besetzung schaffen, es war schon mal ein guter start.
nach einer recht ausgedehnten umbaupause folgten gladbeck city bombing. auch bei diesem duo erkannte ich unerwarteterweise einen bekannten auf der bühne, aber das, was die dort abgezogen haben, war noch überraschender, und zwar im positivsten sinne. elektropunk mit unterhemd und stirnlampe, nur von der feinsten sorte. gladbeck city bombinges gab nach einiger zeit in dem streckenweise schon fast überfüllten konzertraum niemanden mehr, der nicht wenigstens mit den fingern wippte, zugaben wurden so lange gefordert, bis das junge projekt aus mangel an weiteren stücken schon wiederholungen spielen musste (an dieser stelle sei nochmal darauf verwiesen, dass diejenigen, die den großartigen auftritt verpasst haben, am 20.10. eine erneute gelegenkeit bekommen).
da es sich am samstag aber nun nicht um ein einfaches konzert, sondern um eine dieser dort sehr seltenen drei-ebenen-partys handelte, war die veranstaltung noch lange nicht gelaufen. zwar war die tanzsituation nicht optimal – der durchgang in der mitte ist als dancefloor wohl einfach nicht geeignet und unten ist das ja auch immer so eine sache –, aber mir reichte schon die präsenz einiger lieber menschen. auch wenn einzelne in den endstunden ihr partybedürfnis noch nicht voll befriedigt hatten (woran möglicherweise ihr spätes erscheinen nicht ganz unschuldig war), war es zumindest für mich in der tat ein sehr schöner abend.

wort der woche (2)

nachdem sammelsurium letzte woche angefangen hat, setze ich die reihe hiermit fort:

„technosoziale Zusatzräume“

aus: Coenen, C. (2005): Weblogs als Mittel der Kommunikation zwischen Politik und Bürgern – Neue Chancen für E-Demokratie? In: Schmidt, J./Schönberger, K./Stegbauer, C. (Hg.): Erkundungen des Bloggens. Sozialwissenschaftliche Ansätze und Perspektiven der Weblogforschung. Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft, Jg. 6. Online-Publikation: http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B5_2005_Coenen.pdf, S. 7.
der wiederum hat es von: Ahrens, D. (2003): Die Ausbildung hybrider Raumstrukturen am Beispiel technosozialer Zusatzräume. In: Funken, C./Löw, M. (Hg.): Raum – Zeit – Medialität. Interdisziplinäre Studien zu neuen Kommunikationstechnologien. Opladen, S. 173-190.

leckerer vorgeschmack

als sehr exklusive veranstaltung gestaltete sich der gestrige auftritt von alexis o‘hara. nur rund zwanzig menschen standen und saßen im raum verteilt und lauschten ihren interessanten elektronischen klängen und gesangsperformances. wir kamen zwar leider etwas zu spät und verpassten so die hälfte des konzerts, weil der angekündigte support augefallen war. stattdessen gab es aber im anschluss aber noch musik und ein video von „rocky beach“, trotz der wenigen restlichen anwesenden, deren zahl sich um die zehn belief, entwickelte sich eine unerwartete tanzflächendynamik. großartigstes elektronisches repertoire wurde da aufgefahren, sodass keine_r sich der bewegung entziehen konnte. insgesamt konnte der abend als ein vorgeschmack auf ein bald anstehendes event gewertet werden, dass ich entgegen meiner gewohnheit meinen leser_innen überaus ans herz legen möchte – wer schon immer mal (wieder) nach hamburg kommen wollte, hier ist ein anlass – am 20. oktober 2006 ab 22 uhr in der flora für schlappe 5 euro:

electronic resistance II

live-acts:
istari lasterfahrer (breakcore)
trafo (minimal techno, bremen/potsdam)
gladbeck city bombing (techno punk)
fyoelk (minimal techno, berlin)
subdual vs. antiartich (polit antitainment)
rocky beach (techno performance)
billy rubin (minimal techno)
brigitte rücklicht (electro)

djs:
gesine pertenbreiter (strom.)
anonuem (bruchstellen-rec.)
misanthrop (indietronics)
aleksander mir (elektronikmilieu)







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