von einer verlorenen welt

statt mit der virtuellen beschäftige ich mich in den letzten tagen und nächten mit einer vergangenen welt: der unendlich traurigen geschichte der yámana, kawesquar, haush und selk‘nam (wenn ich die zeit hätte, würde ich die entsprechenden wikipedia-artikel gern noch um einiges erweitern, aber leider wollen da noch ein paar andere themen gelernt werden). seit jahrtausenden lebten sie als „jäger und sammler“ (erstere beiden als see-, letztere als landnomaden) am ende der welt, nach ihren lagerfeuern von den unheilbringenden europäern feuerland genannt. in wenigen jahrzehnten seit beginn der anglikanischen missionstätigkeit um 1850, speziell seit einrichtung der ersten dauerhaften missionsstation in ushuaia 1869, und vor allem seit der kolonisierung (im sinne der politischen und wirtschaftlichen inbesitznahme durch das „europäertum“) ab 1880, sind diese kulturen dank systematischer ermordung im auftrag der schafzüchter, eingeschleppte krankheiten wie tuberkulose und masern, aber auch durch andere faktoren der „zivilisierung“ und zerstörung ihrer ursprünglichen lebensgrundlage komplett vernichtet worden, ihre angehörigen ausgestorben.
einzelne ethnolog_innen, allen voran der österreicher martin gusinde, der zwischen 1918 und 1924 mehrere forschungsreisen nach feuerland durchführte und die ergebnisse auf mehreren tausend seiten veröffentlichte, konnten wichtige teile ihrer faszinierenden kulturen für die nachwelt festhalten. anne chapman hat in den 1960er und 70er jahren längerfristig mit den letzten überlebenden gearbeitet. daraus entstand unter anderem ein dokumentarfilm über die selk‘nam, von dem es hier einen ausschnitt zu sehen gibt (video-premiere bei kristi *!):


(infos zum film)
außerdem gibt es von ihr noch einen weiteren film über die yámana (aufgrund meines veralteten computers konnte ich diese filme bisher leider selbst noch gar nicht sehen, aufgrund einiger lektüre von chapmans texten bin ich aber ganz zuversichtlich, dass es sich dabei um vernünftiges material handelt).

- fortsetzung meiner gedanken dazu folgt hoffentlich –

variable wahrnehmung

gestern auf der queer-elektro-party. während der liebste den nächsten wodka-kirsch besorgt, bietet mir ein neben mir sitzender junger mann von seinem wasser an, fragt mich schließlich: „ist das dein freund, der dich begleitet?“ ich nicke bejahend, er entgegnet ein „schade“. ich, nicht gerade solche direkten ansprachen gewöhnt, freue mich trotz desinteresse an besagter person ein bisschen über den zuspruch, überlege noch (die jüngsten debatten im mädchenblog im hinterkopf), ob dies eine zu platte anmache gewesen sei, zumal auf einer queer-party.
am nächsten morgen dann eine wendung der interpretation. galt das interesse vielleicht gar nicht mir, sondern meiner begleitung?, mutmaßten die mitfrühstückenden. und da erinnerte ich mich, an meine erste queer-party vor rund 7 jahren, als ein anderer junger mann mir eben diese frage gestellt hatte. damals verneinte ich sie, und im anschluss entstand eine junge liebe zwischen meiner damaligen begleitung und jenem jungen mann.
um wen es dem herrn von gestern abend nun ging, werden wir wohl nie erfahren. aber gezeigt hat es mir mal wieder, dass die dinge oft nicht unbedingt so sind, wie sie auf den ersten blick wahrgenommen werden.

konzertbesuche

nach einigen wochen habe ich mal wieder meine fotos auf den rechner gezogen und es waren einige dabei, die ursprünglich entstanden, um die entsprechenden rezensionen zu illustrieren. da diese aber nie geschrieben wurden, gibt es heute eine art rundumschlag, mehr bild und weniger text.
(more…)

ein tango zum neuen jahr

habe gerade mal probeweise die texte meiner lieblings-tango-cd von patricia barone und javier gonzales mit meinem neuen multifunktionsdrucker ausgedruckt und kann jetzt endlich richtig mitsingen, auch wenn das (fast) keiner hören will … bin zufällig darauf gestoßen, als ich eigentlich nach online verfügbarer musik der beiden suchte, weil ich die cd, die ich beim aufräumen letztens endlich wiedergefunden habe, gerade höre und euch endlich einmal daran teilhaben lassen wollte. nach einigem suchen habe ich aber letztlich doch noch ein hörbeispiel meines liebsten stückes, das mir immer wieder eine gänsehaut bereitet, für euch gefunden!

Pompeya no olvida que allá en Famatina
vivía una piba carita de anís,
amor de rayuela, perfume de esquina…
Hoy la andan buscando, también era abril.
Quién sabe, tal vez ella siga soñando
y ya no recuerde la calle Cachí…
Al menos que sepa que la anda buscando
desde hace ya tanto su abuela Beatriz.

(ausschnitt aus pompeya no olvida, text von alejandro szwarcman)







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