internet im hintergrund

on- oder offline?endlich – eine neue umfrage! seit fast 3 monaten stand hier die frage „verbringst du den größeren teil deiner freien zeit on- oder offline?“, und 108 leser_innen haben ihre stimme abgegeben. das ergebnis heute mal ganz innovativ als grafik (s. rechts). wie zu sehen ist, gewann die antwort „internet düdelt meistens so im hintergrund rum, aber ich sitz‘ nich ständig aufmerksamst vorm rechner“ mit 23% der abgegebenen stimmen, ganz ungeachtet der tatsache, dass „‚aufmerksamst‘ […] kein wort [ist]“ (3%). an zweiter stelle steht überraschend die aussage „on- und offline sind doch bloß konstruktionen ;-) “, sodass eine zusammenfassende aussage bezüglich der eigentlichen frage schwierig ist: 17% sagen „online“, 11% „offline“.

wie dem auch sei, eine neue frage musste her. die forschungsgruppe kristi ist mal wieder am zahn der zeit und steigt hinab in die tiefen des popkulturdschungels. dem thema entsprechend können diesmal keine neuen antwortmöglichkeiten hinzugefügt werden, skeptiker seien allerdings gewarnt vor einer vorschnellen ankreuzung der „ich guck das nicht“-option: es stehen noch sechs shows aus, und bei der aktuellen arbeitsbelastung der forschungsgruppe wird die umfrage höchstwahrscheinlich so lange laufen. da das phänomen dsds höchst ansteckend ist, können also auch bisher resistente durchaus noch umfallen und schließlich doch noch eine_n favorisierte_n kandidat_in ausmachen. ähnliches gilt für bereits zuschauende, aber noch unentschlossene: es muss ja noch nicht sofort abgestimmt werden!

diskussionen zur sendung (wie auch zur gerade beendeten umfrage) können selbstverständlich hier in den kommentaren geführt werden, wenn schon die umfrage selbst eine kritik nicht erlaubt.

das ist nicht mein feminismus

Insgesamt ziehe ich hiermit ein eindeutig positives Fazit für Frauen in der Politik. In Deutschland hat sich einiges bewegt. Macht weiter so! Dann werde ich mich vielleicht 2009 auch für die CDU entscheiden. Weil sie nämlich starke Frauen hat.

das steht nicht irgendwo. das schreibt eine caro, die „diplom-sozialwissenschaften mit schwerpunkt geschlechterforschung“ studiert, auf dem genderblog aus anlass des 8. märz. ich frag mich, was in diesem schwerpunkt da so gelehrt wird, um zu diesem schluss zu kommen. Blog Against Sexism Daydann doch lieber kräuterworkshops und akrobatik und das ganze reden sein lassen? das kann es doch auch nicht sein. feminismus sollte jeden tag stattfinden! damit soll zwar nicht der sinn solcher special-aktionen im allgemeinen in frage gestellt werden, aber es zeigt sich eben, dass das thematisieren von „frauenfragen“ nicht an sich emanzipatorisch ist. aber immerhin gibt es dieses jahr auch vereinzelte vernünftige ansätze, etwas aus diesem tag zu machen.

problematische propaganda

dass die ddr ein ziemlich antizionistischer (und je nach lesart auch antisemitischer) verein war, ist ja nichts neues. auch dass die propaganda gegen die brd eine große rolle spielte und darin ein zentraler punkt war, den (neo)faschistischen charakter dieser herauszuarbeiten, ist wohl allgemein bekannt. bei der lektüre von meinings „kommunistische judenpolitik“ stieß ich allerdings auf informationen, die, wie eine kurze internetrecherche ergab, nicht allzu sehr verbreitet sind, genau eine seite konnte ich ausfindig machen, in der über die aktion „vergißmeinnicht“ berichtet wird.
während des eichmann-prozesses 1961 führte das mfs diese und die aktion „j“ durch, um die glaubwürdigkeit der brd, den faschismus überwunden zu haben, zu untergaben. so sollten einerseits briefe an westdeutsche alt- und neonaziorganisationen verschickt werden, unter anderem mit der aufforderung,

gemeinsam finanzielle Mittel zur Verteidigung Eichmanns zu schaffen und durch eine antisemitische Welle die Notwendigkeit der Judenvernichtung propagandistische zu rechtfertigen.

(zitiert nach meining 2002: 272)

andererseits „verschickte die stasi antisemitische hetzbriefe an jüdische gemeinden und privatpersonen in westdeutschland“ (ebd.), im namen bekannter westdeutscher antisemiten wurden die empfänger_innen mit verweis auf die nationalsozialistische judenvernichtung aufgefordert, deutschland zu verlassen. zu alledem fingierte das mfs als reaktion darauf auch noch anonyme briefe verängstigter westdeutscher juden, die deutschland aufgrund des zunehmenden antisemitismus verlassen wollten.

irgendwie erinnert mich das gerade daran, dass das npd-verbot scheiterte, weil der großteil der partei-kader vom verfassungsschutz war. ein weiteres indiz dafür, dass staatlicher „antifaschismus“ mit geheimdienstlichen mitteln gar nicht funktionieren kann?







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