vages gedächtnisprotokoll

auch wenn jetzt schon so viele berichte geschrieben wurden, und ich aufgrund meiner bis gestern defekten dsl-leitung etwas spät dran bin, wollte ich doch noch ein paar sätze über mein persönliches festival-erleben verlieren.
fangen wir von vorne an. aufgrund des dauerregens knickten wir den plan der mittwochs-anfahrt, packten stattdessen nur das auto, sodass wir es immerhin geschafft haben, donnerstag um 12 uhr dort anzukommen, und die sonn schien! dann aber die erste enttäuschung: alle a-zeltplätze waren belegt, aktuell war sowas wie c4 (richtig weit weg) im angebot, ein paar stunden später hätte man vielleicht noch auf die b-plätze (etwas weniger weit weg, dafür mit vollem trance-floor-sound) kommen können. nach kurzer genervtheit dann die glorreiche idee: bei der anfahrt hatten wir gesehen, dass der autofreie a3-platz noch relativ leer war. also fuhren wir auf a5, stellten die karre ab und marschierten mit sack und pack einige male rüber zur backpacker-zone, was die beste entscheidung überhaupt war. dort gab es endlos platz, und vor allem hielt der sich auch einigermaßen im laufe des festivals, sodass diverse nachzügler_innen ihre zelte bei uns aufschlagen konnten und es trotzdem noch mehr platz zwischen den zelten gab als anderswo.
der neue pavillon hatte zwischenzeitlich etwas mit den regenstürmen zu kämpfen, aber dafür waren wir umso zufriedener, vor der abreise noch zwei weitere seitenwand-planen erworben zu haben, die einen regenschutz gewährten, den wir nicht hätten missen wollen. mit fleischsüchtigen zu campen hat übrigens den vorteil, dass man sein brot (auf alufolie) toasten kann und gegrillter hallumi zum frühstück ist auch nicht zu verachten.
den donnerstagabend konnte ich schön mit lange nicht gesehenen alten freunden verbringen, das im richtigen augenblick zufällig die richtige person treffen hat auch geklappt und der erste sonnenaufgang, der den völlig ausgekühlten körpern wieder leben einhauchte, war mal wieder fusion-typisch wunderschön:
Sonnenaufgang Freitagmorgen
am freitag plagten mich leider tagsüber kopfschmerzen (merke: paracetamol verschlimmt, doch ibuprofen hilft), die sich aber glücklicherweise zum abend hin, den ich wie den samstag eher in der zwischen den üblichen vertrauten oszillierenden bezugsgruppe verbrachte, auflösten. habe zwar weder console noch alec empire gesehen, aber hatte trotzdem einen sehr schönen abend, von dem mir noch das tanzen an der turmbühne und der leckere kakao im trüben morgengrauen im gedächtis geblieben sind.
über den samstag haben auch andere schon geschrieben. ich habe auch robots in disguise, die ich sehr cool fand, und stereo total gesehen, von deren auftritt ich hier noch ein bild hätte:
Stereo Total Samstagabend
dann das erste mal nicht am sonntag gefahren, leider hatten allerdings einige freund_innen schon fertiggefeiert, als ich es am nachmittag dann mal richtung t(r)anzfläche geschafft hatte. trotzdem fand ich die zusätzliche letzte nacht super und würde das auch wieder so machen. die stimmung war die eines allgemeinen langsamen runterkommens, nachdem in der samstagnacht alles gegeben wurde, aber auch eines nicht-aufhören-wollens. die großen open-air-floors hörten alle irgendwann auf, stattdessen ging es in einigen hangars weiter. so sah ich beispielsweise im cabaret eine sehr nette band, die anscheinend laut programm zum cirque idyllic gehört, wo viele coole frauen zu drum‘n'bass-artigen klängen punkmäßig sangen. in der sonntagnacht hatten dann auch die bachstelzen ihren großen auftritt, es war knüppeldickevoll in dem „secret floor“ zwischen theater und kino, nach derem namen schon woanders gefragt wurde, und wo es wohl angeblich auch noch bis dienstag weiterging – dann aber ohne mich.
fazit: es war wieder so schön! und wann beginnt der vorverkauf fürs nächste jahr?

7 kommentare

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  1. klingt schön. der schönste act war also im secret floor??
    (ich würde aber niemals niemals so lange campen, schon gar nicht in hässlichkaltland(tm). war es denn nicht nass und eklig und viele spinnis und insekten in den zelten??)


  2. der schönste act, das würde ich nicht so sagen, genauer gesagt kann ich an gar keinen einzelnen act dort erinneren – es war am saonntagabend einfach viel los dort, was aber eben meiner ansicht nach vor allem daran lag, dass die anderen floors schon dicht hatten. am samstagmorgen kurz nach sonnenaufgang hingegen gab es dort auch sehr coole musik, aber es war leer und keiner hat getanzt.
    was der schönste act war, könnte ich gar nicht sagen, aber darauf kommt es meiner meinung nach auch gar nicht an. wichtiger finde ich, dass die persönliche und die gesamtstimmung sowie die jeweilige gruppendynamik zueinander passen, und wenn dann noch die musik und das wetter gut sind, ist es einfach wunderbar.
    und was das campen angeht: bis auf ein paar harmlose ohrenkneifer habe ich gar keine insekten gesehen. und wenn das zelt dicht ist, ist es auch nicht nass (außerdem hat es ja nur mal zwischendurch kurz geregnet und nicht die ganze zeit), und wenn man erst nach sonnenaufgang schlafengeht, ist es gar nicht mehr kalt. ist natürlich eine geschmacksache (ich mag zelten), aber auf der anderen seite hängt einfach viel vom richtigen equipment ab.


  3. tja… leider war ja wohl nicht alles um die Fusion so toll (siehe hier: http://andersdeutsch.blogger.de/stories/845798/ )… Gegen den Naziüberfall gibt es morgen eine Demo inkl. Mobilisierung ab Hamburg:

    Reclaim the Train – Nazis in Rostock wegrocken!

    Gründe, um gegen Nazis auf die Straße zu gehen gibt es leider immer. In Rostock gibt es zudem zwei aktuelle Anlässe, um den brutalen Dumpfbacken von NPD und Co entschlossen entgegen zu treten. Dort zum einen kürzlich ein Nazi-Laden in einem alternativen Stadtteil aufgemacht.

    Am letzten Samstag kam es dann zu einem der größten, organisierten Nazi-Überfällen in letzter Zeit. In einem Zug zwischen Schwan und Rostock saßen neben Menschen, die gerade von Fusion-Festival kamen auch gut 100 Neonazis aus dem NPD-Spektrum, die ohne polizeiliche Begleitung auf dem Weg zu einem Aufmarsch waren. Diese stoppten den Zug per Notbremse in Pölchow, wo offenbar 40 weitere Nazis warten und die Fusion-Besucher_innen angriffen. Es kam zu zahlreichen Verletzten.

    Auf der letzten Landesmitgliederversammlung (vorgestern) hat die Linksjugend [’solid] spontan entschlossen, eine Antifa-Demo am kommenden Samstag (morgen!!) zu unterstützen.Wir rufen daher auf, sich morgen früh (Samstag, der 7.7., ab 8 Uhr) am Hauptbahnhof Hamburg, vor dem Reisezentrum zu treffen, um gemeinsam zur Demo des Antifaschistischen Aktionsbündnis Rostock zu fahren.

    Die Linksjugend [’solid] und die Partei Die Linke unterstützen die Mobilisierung aus Hamburg durch den Kauf von Zugtickets.

    Lasst uns gemeinsam nach Rostock fahren und den Genoss_innen und Freund_innen vor Ort in ihrem Engagement gegen Rechts unterstützen… Let’s rock them hard! – Naziläden dichtmachen!

    7. Juli 2007
    12:00 Uhr Rostock (Hauptbahnhof / Nordseite)
    Infotelefon: 0151 / 50 15 58 77
    EA-Nummer: 0176 / 65 76 47 01
    Handyticker für unterwegs: http://ticker.hopto.org

    Mehr Informationen unter: http://letsrock.blogsport.de // http://solid-mv.de/

    und www.solid-hamburg.de


  4. @henning: ja, du hast recht, das ist eine ganz schön krasse scheiß-geschichte. bei der fusion hat man davon übrigens außer durch gerüchteküche und ein transparent nicht vil mitbekommen. umso wichtiger, dass morgen viele nach rostock fahren!


  5. jupp. war zwar schon ne latsche-demo, aber viele leute aus hamburg da. supi!


  6. Zelten ist nicht so meins,
    kein warmes Bad, kein gemütliches Sofa,
    Insektenplagen etc. Ich könnt mir schöneres
    vorstellen, aber wem das nichts ausmacht,
    für den ist es sicherlich eine gute, vor allem
    günstige Alternative zu Hotels.


  7. wechat hack

    kristi * :: vages gedächtnisprotokoll


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