war früher alles besser?

ich hatte die noch nie gesehen und kannte nur einzelne stücke, doch irgenwie hatte ich das schon im gefühl, dass sie mir gefallen würden. aber dass die soooo geil sind, wusste ich nicht. es grenzte nahezu an ekstase, man war sich vertraut in den ersten reihen.

kristi über ihr erstes egotronic-konzert im november 2005

torsun und hörm waren wieder mal ganz groß. die erste reihe war allerdings von ein paar jungen mädchen belegt, die durchaus auch bei tokio hotel reingepasst hätten, aber ihre textkenntnis ließ darauf schließen, dass sie schon absichtlich da waren. tanzte ich also neben necator (…) in der zweiten. zeitweilig gab es sogar richtig pogo, und ich fand es insgesamt richtig schön.

kristi über ihr zweites egotronic-konzert im april 2006

als das publikum nicht ordentlich genug mitging, wurde übrigens ein kasten bier spendiert. mir hat es allerdings auch ohne alkoholische bestechung gefallen, aber apropos: danke nochmal für den gratisvodka!

kristi über ihr drittes egotronic-konzert im dezember 2006

und das vierte im oktober 2007? nun ja, wie torsun schon schrieb, war es ausverkauft und die bühne wurde gestürmt. aber machte es das besser? ok, ich muss zugeben, meine mitgebrachte stimmung war an diesem abend nicht die beste, aber lust zu feiern hatte ich trotzdem. leider ist das aber nicht so richtig gelungen. ausverkauft hieß in diesem falle eben auch: der konzertraum war ziemlich voll. subdual hat das in seiner gestrigen radiosendung so schön auf den punkt gebracht: bands werden eben größer und damit geht dann auch die nette kuschelstimmung verloren. das ist natürlich schön für egotronic, jede band sucht ja den erfolg. und klar ist es auch super, wenn das publikum von alleine mitgeht und gar nicht erst groß dazu angehalten werden muss. aber ich fühlte mich in der ersten, und auch in der zweiten reihe nicht mehr wohl, suchte mir dann lieber ein plätzchen am rande, hielt mich gar eine weile im vorraum auf. ein grund war der gestank im raum: wie mir aus insider-kreisen zugetragen wurde, hatte in der vorwoche eine band dort etwas ausgeschüttet, was immer noch ziemlich nach kotze roch. ein anderer, und wohl eher ausschlaggebender grund war aber die attitüde des publikums, die stärker an fußballhooligans erinnerte als eine mir genehme partystimmung zu verbreiten. sicher, die leute hatten ihren spaß und den will ich ihnen auch gar nicht nehmen. nur gefiel mir persönlich es damals besser, als man entspannt mit seinen freund_innen tanzend vorne stehen konnte, ohne sofort von einer mit den armen in die luft hauenden und parolenskandierenden meute weggerempelt zu werden. aber was soll’s, die dinge ändern sich eben … und kristi natürlich auch.

viel zu voll

dass gestern ausgiebig gefeiert werden musste, war nach einer sich ewig hinziehenden gesundheitlich bedingten ruhephase klar. nur wo, stellte sich die frage. letzendlich reichten nicht eine, nicht zwei, nicht mal drei partys aus, um das bedürfnis zu stillen, sondern es musste annähernd alles ausprobiert werden, was der abend so bot.
es ging los mit meinem ersten besuch einer lesung von timolin, den ich seit gut zwei jahren schon gerne mal on stage erleben wollte. das thema war jetzt nicht das spannendste – es ging ums abitur –, aber die performance war nicht schlecht. und außerdem wurde mir sogar eine geschichte gewidmet, wann hat man das schon mal. oben im lesesaal war es angenehm leer, aber die party unten im selben etablissement war hoffnungslos überfüllt – eine tatsache, die sich über den abend durchziehen sollte. so etwa bei der nächsten station, wo sich geschätze 150 personen auf einer wg-party in zwei zimmern drängten. einen sekt geholt, mantel abgelegt, eine kurze runde gemacht, den mantel gleich wieder angezogen und einen platz auf der bank im hof ergattert, von wo aus der weitere verlauf geplant wurde. immerhin konnte ich die anderen überzeugen, der flshbx einen besuch abzustatten, die verni- und finissage in einem rutsch erledigte. ich finde ja neue locations immer spannend, die musik war auch die beste des abends, nur leider war es: hoffnungslos überfüllt. an zugang zum tanzraum war nicht zu denken, und so blieb es auch hier bei einem kurzen besuch.
als endstation winkte eine 80er-party im berufsjugendlichen-zentrum, was mir als alleinige option doch zu langweilig und altbekannt vorgekommen wäre, aber nach dem gedränge in den zuvor besuchten orten wie eine oase vorkam. bereits beim reinkommen fühlte es sich gewissermaßen wie ein nach-hause-kommen an, bekannte lieder, ein bekannter ort und bekannte gesichter, nicht zu warm und nicht zu kalt, nicht zu voll und nicht zu leer. eine kurze akklimatisierungsphase im sitzen brauchte ich zwar, war doch der bisherige abend nicht ganz ohne abstimmungsspannungen verlaufen. dann aber fing ich einfach an zu tanzen und der stress löste sich langsam. spätestens als ich zu „irgendwie, irgendwo, irgendwann!“ einen kurzen augenblick der euphorie erlebte, wusste ich, wonach ich mich gesehnt hatte. der verlust meiner kapuzenjacke (mir wurde da bisher noch nie was geklaut!) wurde dann noch dadurch ausgeglichen, dass sich überraschend ein höchst interessanter kontakt ergeben hat, sodass ich am ende einfach glücklich ins bett fallen konnte, mit dem zufriedenen gefühl, diesmal meinen plan durchgezogen und nichts verpasst zu haben.

nichts zu lachen

die falten-umfrage fanden wohl einige jetzt nicht so spannend und sie stand da jetzt eigentlich auch viel zu lange. aber erst jetzt konnte ich mich für eine neue drängende frage entscheiden.
hier also die ergebnisse der umfrage: „guck mal in den spiegel: hast du stärkere stirnrunzelfalten oder stärkere lachfalten?“, die seit dem 29. juli zu beantworten war: 30% der 66 stimmen entfielen auf „stärkere stirnrunzelfalten“. an zweiter stelle dann mit 23%: „die meisten falten habe ich am bauch, wenn ich sitze“. das war jetzt zwar nicht die frage, aber was soll’s. jeweils 12% haben entweder „stärkere lachfalten“ oder „noch gar keine falten“, nur 6% „beides ziemlich viel“. stattdessen fanden 11%: „falten? is doch nur lookism!“. wobei ich ja sagen würde, dass der lookism hier erst anfängt, wenn man falten hässlich findet. wenigstens fand ich die antwort noch etwas humorvoll, im gegensatz zu der von 5% gewählten aussage „ich habe nur eine falte, und die is rasiert“. wenn ihr sonst keine probleme habt, bitte. eigentlich ging es ja um das gesicht. aber anscheinend guckt ihr euch wohl gerne was anderes im spiegel an. ach so, eine antwort, die wahrscheinlich keiner verstanden hat, war ein persönlicher gruß von jemandem, der die frage aus gründen der sprachbarriere nicht verstanden hat und tut deshalb zur auswertung nichts zu sache.
was also das gesamtbild betrifft: kristis leser_innen runzeln also insgesamt eher die stirn, als dass sie lachen. kristi fühlt sich also in guter gesellschaft. gibt ja auch nicht so oft was zu lachen, aber anscheinend immer mehr zu kritisieren.







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