das ist nicht mein feminismus

Insgesamt ziehe ich hiermit ein eindeutig positives Fazit für Frauen in der Politik. In Deutschland hat sich einiges bewegt. Macht weiter so! Dann werde ich mich vielleicht 2009 auch für die CDU entscheiden. Weil sie nämlich starke Frauen hat.

das steht nicht irgendwo. das schreibt eine caro, die „diplom-sozialwissenschaften mit schwerpunkt geschlechterforschung“ studiert, auf dem genderblog aus anlass des 8. märz. ich frag mich, was in diesem schwerpunkt da so gelehrt wird, um zu diesem schluss zu kommen. Blog Against Sexism Daydann doch lieber kräuterworkshops und akrobatik und das ganze reden sein lassen? das kann es doch auch nicht sein. feminismus sollte jeden tag stattfinden! damit soll zwar nicht der sinn solcher special-aktionen im allgemeinen in frage gestellt werden, aber es zeigt sich eben, dass das thematisieren von „frauenfragen“ nicht an sich emanzipatorisch ist. aber immerhin gibt es dieses jahr auch vereinzelte vernünftige ansätze, etwas aus diesem tag zu machen.

keine träne nach

nur schade, dass er nicht mehr verurteilt wurde.

eine schlechte und zwei gute nachrichten

erschreckend unerfreulich:

DGB-Jugend wollte bei einem Infoabend Rechtsextremen den Zutritt verweigern. Als die dennoch anrücken, tritt die Polizei auf den Plan: Entweder werden die Nazis eingelassen – oder die Veranstaltung vorzeitig abgebrochen

andreas speit berichtet in der taz hamburg über einen polizeilich legitimierten nazi-angriff, wie man so einen in der „coolen hansestadt“ bisher nicht gekannt hat.

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allgemein erfreulich:

Nach über dreistündiger Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Köln hat die Polizei am 16. November 2006 durch Teilnehmerinnen des 6. antirassistischen Grenzcamps in drei Klagepunkten eine Niederlage erlitten. Das Grenzcamp hatte im Jahr 2003 seit dem 30. Juli auf den Poller Wiesen als rechtmäßig angemeldete Versammlung seine Zelte aufgeschlagen und war am 9. August 2003 von der Kölner Polizei mit über 2000 BeamtInnen geräumt worden.

die soligruppe 6. antirassistisches grenzcamp berichtet auf indymedia von dem bisher erfolgreichen verfahren. die bestätigung, dass die ganze räumung rechtswidrig war, steht allerdings noch aus.

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persönlich höchst erfreulich:

das kann jetzt nochmal gefeiert werden, denn dem entscheidenden leser hat das werk sehr gut gefallen.

fehlende selbstbeobachtung

wie sich (nicht nur) in der literatur über weblogs feststellen lässt, beobachtet die blogosphäre sich sehr gerne selbst und reflektiert über ihr tun, was so weit geht, dass sich teilweise von einer sehr starken selbstreferentialität sprechen lässt. ebenso tun dies auch die verschiedenen fraktionen der wie auch immer zu definierenden linken szene, egal ob auf dem plenum, in der kneipe oder neuerdings auch in diversen blogs.

was mir im zuge meiner recherche über blogs und politik aufgefallen ist und auch zu denken gegeben hat, ist ein mangel an reflektion und selbstbeobachtung sowie analyse der stetig wachsenden „linken blog-szene“. die wissenschaftliche literatur über politische blogs hat diese bisher nicht wahrgenommen, auch wenn eine relative linkslastigkeit innerhalb der parteipolitischen zuordnung der so genannten politblogs indiziert wird. was sich jenseits des parteienspektrums in der blogosphäre abspielt, wird bisher nicht erfasst, ist möglicherweise noch zu neu.
andererseits hat sich in linksradikalen oder auch mehr oder weniger antideutschen blogkreisen noch kein regelwerk entwickelt, was zu schreiben sinnvoll ist und wann man es lieber sein lässt. manchmal blitzt es auf, werden diskussionen abgebrochen, weil zuviel szenetratsch nicht ins netz gehöre, aber die grenzen sind mehr als unklar. der glauben an eine anonymität und der wunsch nach aufmerksamkeit lässt manchmal doch mehr an die öffentlichkeit, als es andere sich vielleicht wünschen würden.

wäre es nicht langsam an der zeit, die bedeutungen und auswirkungen sowie die chancen und risiken der massiv ansteigenden zahl der „szene-blogs“ zu diskutieren?

kulturelle nabelschau

anlässlich des bevorstehenden schanzenviertelfestes luden „einige leute aus dem flora-umfeld“ zur talkshow in ebendieses etablissement, um unter dem titel „kultur und propaganda“ den stand und die (un)möglichkeiten einer linken kultur zu diskutieren. gut gefüllt die große halle, stilecht saßen vertreter_innen verschiedener, mehr oder weniger linker kulturprojekte auf polstermöbeln im dunklen scheinwerferlicht.
nacheinander berichteten sie zunächst, der delegierte der fusion hatte leider den termin verplant, von ihren erfahrungen mit dem hafenklang, dem buttclub, dem vierteljährlichen stadtmagazin, dem schanzenfest und der flora. als dem vertreter der plattenfirma buback records das wort übergeben wurde, intervenierte ein gewissser günther j., seines zeichens experte auf dem gebiet des umstrittenen linken kulturbegriffs und auf der einladung zur veranstaltung sogar zitiert, mit der frage, was denn der buback-mensch dort zu suchen habe, bei dem label handele es sich doch schließlich um eine firma, die mit deutschrap millionen verdient habe und nicht um ein projekt. etwas verfrüht der einwurf, konnte man sagen, die angegriffene person hatte ja noch nicht einmal ein wort gesagt, und entkräftete j.s einwand mit klarer zustimmung. leider hielt sich der kritiker im weiteren verlauf des abends zurück, hatte womöglich den laden bereits frühzeitig verlassen, was zu bedauern war, da er ansonsten bestimmt noch ein wenig zündstoff in die doch etwas friedliche gesprächsrunde hätte einbringen können. so verblieb man weitestgehend bei dem benennen schwammiger grenzen („alles geht, bis es politisch unkorrekt wird“), den vor- und nachteilen einer anmeldung des schanzenfestes, der debatte um das böse nachbarzentrum, welches in kommerzieller manier den begriff der stadtteilkultur für sich reklamiert, und dem erinnern alter zeiten, als noch um die einführung von technomusik auf autonomenparties gestritten wurde.
was denn „das linke, also das gute“ nun eigentlich ausmacht, konnte nicht abschließend geklärt werden, aber einen gewissen unterhaltungswert hatte die peacige diskussionsveranstaltung mit vokü-ambiente dennoch anzubieten.

über den alltag in bialoleka

Pro Monat bekommst du eine handvoll Waschmittel und dementsprechend oft wäschst du die wenigen Klamotten auch. […] Ich trug die ersten zwei Wochen die Klamotten, die ich bei meiner Festnahme dabei hatte. Ein Mithäftling gab mir ein paar Boxershorts. Bevor meine Verlobte mich das erste Mal besuchte, beantragte ich ein Packet mit Klamotten, Schreibzeug und Stifte bei dem Sozialarbeiter meiner Station. Da ich vergessen hatte, ein Handtuch extra zu beantragen, wurde das auch aus dem Paket, was ich von draußen bekam, aussortiert. […] Das Toilettenpapier war auch stark reglementiert: pro Gefangenen und Monat gab es eine Rolle.

Meinen Namen jetzt auf Aufklebern, Plakaten, Flyern, im Internet zu lesen ist schon seltsam und mir unangenehm. Ich weiß, dass es notwendig ist eine Kampagne für eine Freilassung so aufzuziehen, um Leute politisch und moralisch in die Pflicht zu nehmen, aber unangenehm ist mir diese hervorgehobene Position schon. Ich mag individuell sein, aber ich unterscheide mich dennoch wenig von anderen, die auch nach Warschau gefahren sind und das Risiko auf sich genommen haben, verhaftet zu werden.

ohne also jetzt den namen noch mal zu nennen: das interview mit dem endlich freigelassenen solltet ihr lesen. es berührt.

(via fitzcarraldo und subwave)

solidarität mit rené jetzt auch in hamburg

rené, der auf der warschauer gleichheitsparade vor knapp zwei monaten verhaftet wurde, sitzt sitzt immer noch in einem warschauer gefängnis und muss da schleunigst raus. auch in hamburg gibt es jetzt menschen, die mit einer kundgebung seine freilassung fordern wollen.
kristi unterstützt diesen aufruf und fordert alle ihre leser_innen in hamburg und umgebung auf, sich

am dienstag dem 8. august 2006 um 16 uhr vor dem polnischen konsulat in hamburg

in der gründgensstr. 20 einzufinden. diese adresse liegt zwar wenig zentral in steilshoop, aber in dem aufruf ist sogar die anreise beschrieben: bushaltestelle alfred-mahlau-weg, linien 7 (ab barmbek), 26 (ab rübenkamp) und 118 (ab rübenkamp oder kellinghusenstraße).

also, kriegt euren arsch hoch!

ein beitrag, der keiner ist

ich hatte überlegt, ob ich etwas schreibe über die buchvorstellung von und mit stephan grigat, die ich gestern besucht habe. über die notwendigkeit der entwicklung eines rassismusbegriffs der kritischen theorie, dessen mangel sich spätestens offenbarte, als grigat auf nachfrage eigentlich nichts anderes vorzuschlagen hatte als es der von ihm so kritisierte etienne balibar doch versucht hatte. aber dann dachte ich an all die kommenden bösen kommentare von verschiedenen seiten und mein materialistisches halbwissen, und bei der vorstellung beschloss ich, es zu lassen. oder wenigstens so zu tun als ob.

call for papers

seit heute online: das mädchenblog!

das mädchenblog braucht eure mithilfe, und dann kann es etwas großes werden (sprich: viele mädchen erreichen). für alle, die länger schon nach einer rechtfertigung für ihr interesse an mädchen-, jugend- und frauenzeitschriften suchen, die gelegenheit: schreibt auf, was euch auffällt, nehmt es auseinander und kotzt euch einmal richtig verbal darüber aus.
das mädchenblog ist noch in absoluter alpha-version, denn es soll von anfang an ein offenes projekt sein, vielleicht in anlehnung an fanzines und diy-kultur. es ist auch nicht begrenzt auf ein abarbeiten an mainstream-medien á la bildblog, sondern möchte gefüllt werden mit texten aller art, die ohne uni-vokabular und paternalismus auskommen, mit links, die zum entdecken neuer welten einladen und mit allem, was euch sonst noch einfällt – das ganze ist unglaublich ausbaubar.
egal, ob und wie ihr euch selbst geschlechtlich definiert: registriert euch beim mädchenblog, bringt eure ideen ein und diskutiert mit über den verlauf und die zukunft des projekts. und: macht das mädchenblog auf euren blogs bekannt!

zottel-kongress

angedacht zur lockeren inspiration für mögliche prüfungsthemen, entwickelte sich der besuch des oder auch der buko 29 doch stärker in richtung chilliges auf-der-wiese-rumgehänge mit hohem socialising-faktor. voküfraß vs. lecker kuchen wir kamen meist pünktlich zum pausenbeginn, das essen wurde jedoch leider von tag zu tag schlimmer. am freitag gab es zum glück noch leckere rhabarber-sahne-torte (siehe bild, logischerweise nicht von der vokü). verwunderlich, wie beliebt wursthaare doch immer noch sind.
ein paar veranstaltungen dann doch mitgenommen, den auftakt mit podiumsdiskussion eher so halb, aber gestern immerhin zwei workshops besucht. zunächst über die rolle des öls in lateinamerika, was sich allerdings eher zu einem typischen raul-zelik-erzählt-anekdoten-über-venezuela-und-andere-stellen- fragen-über-die-basisbewegungen-vortrag entwickelte. im anschluss über spaces of fear, das war ganz interessant, die situation in brandenburgischen städten aus der rolle der angsthabenden, eine kritische betrachtung des begriffs der no-go-areas, der eine sicherheit an anderen orten suggeriert.
gsp-freunde belästigten meine kapitallesende mitbewohnerin mit besserwisserischen kapital-lesekurs-angeboten, ansonsten aber auch viele nette und teilweise lange nicht gesehene leute getroffen.







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